Ehemalige Alexanderkapelle (Zanderkirche)

Eigelbach, Gemeinde Kopp
Beschreibung
Auf dem Zanderberg (mons Sankt Alexandri) stand eine kleine Kapelle, dem heiligen Alexander geweiht, sowie eine Wohnung für Eremiten.

1570: die Kapelle besitzt zwei Altäre; jede Woche wird eine Messe gelesen. 1640: die Kapelle befindet sich in einem sehr schlechten Zustand; 1712: Heiligenbilder sind durch Witterungseinflüsse verformt; statt einem früheren kupfervergoldeten Kelch nur noch einer aus Zinn; alle 14 Tage eine heilige Messe; außer dem Messopfer keinerlei weitere Einkünfte; 1730-45: Eremit Johann Lichtmess; er verdient seinen Unterhalt durch Anfertigungen von Paramenten. So wächst das Vermögen der kleinen Kapelle etwas an. 1759: Eremit F. Anselm Daniel 1772: Eremit Paul Dietmar.

Die Zeit der Aufklärung wird für Kapelle und Einsiedelei zur Zeit des Untergangs. 29.11.1772: Inventar wird für 34 Taler versteigert. Kapelle ist abzubrechen und zur Wiese zu ebnen. Der Eremit Dietmar findet sich mit dieser Lösung nicht ab. Er beantragt gemeinsam mit Birresborner Bürgern einen Kapellenneubau. 1781 lehnt das Generalvikariat Trier den Aufbau ab und stellt weiteres Betreiben für einen Neubau unter Strafe von 10 Goldgulden. Die unnötige Eremitage sei sofort an die Kapelle auf dem Prümer Kalvarienberg zu translozieren.

Geblieben sind nur Flur- und Bergnamen.

Quelle:
J. Marx d.d., (Geschichte der Pfarreien der Diözese Trier, III. Bd., (Trier 1927)
, III, Seite 527; Barsch: Eiflia illustrata, Band 2. Der Kreis Daun (Osnabrück 1982). [1]


"Mons Sankt Alexandri" heißt der Zanderberg im Lateinischen, auf Deutsch "Alexanderberg". Die Eifler kürzten den Namen einfach ab. Die Alexanderkapelle besitzt Altäre und dort werde jede Woche eine Messe gelesen, ist in Urkunden von 1570 zu lesen. Neben der Kapelle stand einst ein winziges Häuschen, das als Wohnung für einen Einsiedler diente.

Der Dreißigjährige Krieg hinterlässt Spuren des Todes und der Verwüstung - auch an der Kapelle auf dem Zanderberg. Ihr Zustand wird 1640 als sehr schlecht bezeichnet. Sie verfällt immer mehr, die Heiligenbilder verformen sich, ein wertvoller Kelch ist verschwunden. Die Kapelle hat kaum Einnahmen außer den wenigen Münzen, die die Messbesucher opfern. 1730 bis 1745 bewohnt der Einsiedler Johann Lichtmess die winzige Wohnung. Karg sind seine Speisen, die er dem Gärtchen abgewinnt oder von Gläubigen erhält. Noch zwei weitere Eremiten nennt das Archiv: Anselm Daniel (1759) und Paul Dietmar (1772). Mit ihm endet auch die Geschichte des kirchlichen Zanderberges. Die Zeit der Aufklärung wird für Kapelle und Einsiedelei zur Zeit des Untergangs. Die kurfürstliche Regierung in Trier fordert den Abbruch der ruinösen Kapelle und die Einebnung des Grundstücks zu einer Wiese. Am 29. November 1772 wird das Kapellen- inventar für 34 Taler versteigert. Die kleine Glocke, das Alexanderbild mit Muschel sowie zwei Leuchter sollen der Pfarrkirche Mürlenbach übergeben worden sein. Der Einsiedler Paul Dietmar findet sich mit dieser Lösung nicht ab. Gemeinsam mit Birresborner Bürgern beantragt er die Rücknahme dieses Beschlusses und einen Kapellenneubau. Doch vergebens. Das Generalvikariat Trier lehnt 1781 den Antrag ab, verbietet die Renovierung der Kapelle und stellt weiteres Betreiben für einen Neubau unter Strafe von zehn Goldgulden. Des Weiteren schreibt die erzbischöfliche Verwaltung, die kleine Einsiedlerwohnung sei ja nun überflüssig und unnötig. Auch sie sei abzureißen und könne - falls der Einsiedler noch weiterhin seiner Berufung folgen möge - ab sofort neben der Kapelle auf dem Prümer Kalvarienberg eingerichtet werden.
Das ist das Ende. Geblieben sind nur Flur- und Bergnamen und ein Steinkreuz an ihrem ehemaligen Standort. [2]

Einordnung
Kategorie:
Bau- und Kunstdenkmale / Sakralbauten / Katholische Kirchen
Zeit:
1570
Epoche:
Renaissance

Lage
Geographische Koordinaten (WGS 1984) in Dezimalgrad:
lon: 6.58111
lat: 50.18319
Lagequalität der Koordinaten: Genau
Flurname: Bei der Zannerskirche

Internet
http://www.jahrbuch-daun.de/VT/hjb1986/hjb1986.96.htm

Datenquellen
[1] Alois Mayer, Daun-Pützborn: Untergegangene kirchliche Einrichtungen im Kreis Daun in: http://www.jahrbuch-daun.de/VT/hjb1986/hjb1986.96.htm
[2] Trierischer Volksfreund vom 19.02.2014 https://www.volksfreund.de/region/pruem/ein-ort-fuer-riesen-und-einsiedler_aid-5254020#L8t5u5RjeroL4Ssv.99


Stand
Letzte Bearbeitung: 18.04.2018
Interne ID: 11378
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