Ehemalige Burg zu Reinig

Reinig, Gemeinde Wasserliesch Auf der Burg
Beschreibung
Reinig, Ortsteil von Wasserliesch, hatte in früheren Zeiten als Furtort und später mit einer Fähre über die Mosel zum gegenüber liegenden Ort Igel hin besondere Bedeutung. Mit großer Wahrscheinlichkeit endete hier eine Abzweigung von der nahen Römerstraße, die vom Saargau herkommend bei Konz die Saar überquerte und weiter nach Trier führte. Damals stand am Moselufer in Reinig eine Burg, die in alten Urkunden immer wieder erwähnt ist. Sie ist aber wohl keine Burg im eigentlichen Sinne gewesen, sondern ein befestigtes gräfliches Schloss oder Schlösschen, wie es auch genannt wurde. Teil der Burg soll das alte Fährmannshaus gewesen sein, das noch bis zum Bau der Ortsumgehung der B 419 am Ende der Reinigerstraße gestanden hat. Das Schloss besaß eine eigene Wasserleitung, die das Wasser des sogenannten Helenenbrunnens, der sich oberhalb am Berghang des Liescher Berges befindet, hierher leitete.

Über die Art der Gebäude gibt der Jahresbericht der Gesellschaft für nützliche Forschungen zu Trier aus dem Jahre 1857 ein wenig Aufschluss. Hierin heißt es zu den damals noch vorhandenen Gebäuderesten:

"Was den Bau der Burg anbetrifft, so lässt das noch erhaltene alte Gebäude wohl darauf schließen, dass es ein Teil einer solchen gewesen sein kann. Die Zimmer sind hoch, die Fenster mit kleinen verbleiten Glasscheiben versehen. Jedenfalls stand aber das eigentliche herrschaftliche Gebäude östlich davon. Die Fundamente eines größeren Hauses wurden gefunden. Das erhaltene Gebäude hat die Eigentümlichkeit, dass in den dicksten Mauern sich kleine runde Öffnungen (ähnlich den Schießscharten) befinden". Wann diese baulichen Überreste zerstört worden sind, ist nicht bekannt. Jedenfalls fand man im Sommer 1912 bei Bauarbeiten in dem genannten Bereich den Abschlussstein eines großen Torbogens mit dem Wappen der Grafen zu Crychingen und Pittingen, außerdem einige tönerne Rohre der erwähnten Wasserleitung und krugähnliche Gefäße. Bei dem Abschlussstein habe es sich um einen schweren behauenen Sandstein gehandelt, den man jedoch nicht aufbewahrte, sondern in die vorbeifließende Mosel warf, vermutlich um Schwierigkeiten mit den Denkmalschutzbehörden aus dem Wege zu gehen. Das Wappen der Crychinger zeigt vier Felder, zwei davon diagonal angeordnet mit Ankerkreuzen, gold in rotem Felde und zwei weitere Felder, ebenfalls diagonal angeordnet, mit je zwei waagerecht verlaufenden Balken, rot in silbernem Felde. Die Beschreibung war die Vorlage für das mit Beratung des Staatsarchivs Koblenz rekonstruierte Wappen.

Noch heute trägt der Bereich, in dem das Anwesen gestanden hat, die Flurbezeichnung Auf der Burg; außerdem ist eine Straße so benannt. Das ist alles, was von der Burg zu Reinig übrig geblieben ist.

Einordnung
Kategorie:
Archäologische Denkmale / Befestigungen / Burgen
Zeit:
1548
Epoche:
Renaissance

Lage
Geographische Koordinaten (WGS 1984) in Dezimalgrad:
lon: 6.547092
lat: 49.704865
Lagequalität der Koordinaten: Vermutlich
Flurname: Unter Reinig

Internet
http://de.wikipedia.org/wiki/Wasserliesch

Datenquellen
Wikipedia http://de.wikipedia.org/wiki/Wasserliesch


Stand
Letzte Bearbeitung: 31.03.2010
Interne ID: 13232
ObjektURL: https://kulturdb.de/einobjekt.php?id=13232
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