Schwedenkreuz

Kyllburg, Stadt Kyllburg
Beschreibung
[...] Bald darauf zog in Kyllburg ein noch schlimmerer Feind ein: der schwarze Tod, die Pest. Das erste Opfer war der Schultheiß. Aber während sein Körper eilig auf dem Pestanger verscharrt wurde und kein Kreuz sein unbekanntes Grab schmückt, steht auf dem Grabe des schuldlos Gemordeten am Bademer Weg noch heute ein verwittertes Steinkreuz, in der ganzen Gegend genannt "Schwedenkreuz".

Das Schwedenkreuz wurde mittlerweile renoviert und steht an der Straße nach Badem oberhalb der RWE-Trafo-Station an der Abzweigung nach Orsfeld. [1]

Das wichtigste und beachtenswerteste Kreuz meiner Heimat ist das Schwedenkreuz oder, wie es der Volksmund nennt, das Kniekreuz. Es war zur Zeit, als die schwedischen Horden sengend und Brennend durch unser Vaterland zogen. Auch die Eifel und auch Kyllburg blieben nicht verschont von ihnen. Mit diesem Kreuz, das in der Nähe des Ortes Badem errichtet worden ist, hängt folgende Geschichte zusammen.
Schwedische Reiter verlangten von dem Schulzen von Kyllburg alles Geld und sonstige Kostbarkeiten, die er in der Stadtkasse hatte. Im Weigerungsfalle sollte der Schultheiß als Geisel mitgeschleppt werden und die Stadt geplündert werden. Am ganzen Körper vor Angst zitternd, erklärte der Schultheiß den schwedischen Abgesandten, daß die Stadtkasse leer sei. Um sich nun aus dieser ziemlichen Lage zu befreien, erklärte er, daß einer der versammelten Schöffen reiche Schätze an Gold und Silber besäße. Trotz der heftigen Einwendungen wurde der schuldlose Schöffe gefesselt und an ein Pferd gebunden. Dann verließ der Reitertrupp die Stadt. Anfangs konnte der Gefangene mitkommen. Dann erlahmten seine Kräfte, und auf der Bademer Höhe zogen die Schweden bereits die übel zugerichtete, unkenntlich gewordene Leiche des Schöffen nach sich. Als sie dies wahrnahmen, schnitten sie den Strick ab und ließen die Leiche liegen. Mitleidige Bauern, die den Toten fanden, begruben ihn am Straßenrand. Heute bezeichnet ein Kreuz die Stelle. [2]

Einordnung
Kategorie:
Bau- und Kunstdenkmale / Sakralbauten / Bildstöcke und Kreuzwegstationen
Zeit:
Nach 1634
Epoche:
Renaissance

Lage
Geographische Koordinaten (WGS 1984) in Dezimalgrad:
lon: 6.601597
lat: 50.03106
Lagequalität der Koordinaten: Genau
Flurname: In den Burgfeldern

Internet
http://schmino.de/aus-kyllburg-und-seiner-umgebung/

Datenquellen
[1] Hauptlehrer H. Gueth (1932) in: Chronik 1200 Jahre Kyllburg 800-2000 S.101-103
[2] B. Pauly: Aus Kyllburg und seiner Umgebung. Pfarrarchiv. http://schmino.de/aus-kyllburg-und-seiner-umgebung/

Bildquellen
Bild 1: © Sandra Wack, Neuheilenbach, 2016. www.koerbchen-gesucht.de
Bild 2: © Sandra Wack, Neuheilenbach, 2016. www.koerbchen-gesucht.de
Bild 3: © Sandra Wack, Neuheilenbach, 2016. www.koerbchen-gesucht.de
Bild 4: © Sandra Wack, Neuheilenbach, 2016. www.koerbchen-gesucht.de
Bild 5: © Sandra Wack, Neuheilenbach, 2016. www.koerbchen-gesucht.de

Stand
Letzte Bearbeitung: 08.03.2016
Interne ID: 13405
ObjektURL: https://kulturdb.de/einobjekt.php?id=13405
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