Sankt Maria Himmelfahrt

Neumagen, Gemeinde Neumagen-Dhron Römerstraße 104
Beschreibung
Erbaut 1792-93 nach Plänen von Nikolaus Gorgen. Turm von 1190, 1607 erhöht. Grabmal des Heinrich Vogt von Hunolstein (†1485). [1]

Der Vorgängerbau der heutigen katholischen Pfarrkirche wurde nach der Inschrift auf einer Steintafel an der Innenwand des Turmes am 19. Oktober 1190 durch Erzbischof Johann geweiht (Patrozinium Sankt Maria virg. Catherina und Margaretha, heute Sankt Maria Himmelfahrt). Von der romanischen Anlage ist der Turm erhalten, während die Kirche selbst in Form eines Saalbaues mit halbrundem Chorschluss nach Osten (Bruchsteinmauerwerk mit flacher Holzdecke) 1792-93 von dem letzten Herrn von Neumagen, Graf Christian Heinrich von Sayn-Wittgenstein nach dem Entwurf des kurtrierischen Baumeisters Nikolaus Goergen neu aufgerichtet worden ist. 1964 wurde im Zuge einer Innenrenovierung die barocke Ausstattung neu geordnet und zum Teil verändert. Von den beiden Seitenaltaraufbauten wurde der eine als Tabernakelnische an den Scheitel der Chorwand gestellt, der zweite kam in die jetzt als Taufkapelle dienende ehemalige Sakristei. Zwei Holzreliefs desSebastian und des heiligen des Täufers, einst von den Altaraufbauten umschlossen, sind heute getrennt von ihnen aufgestellt. Zahlreiche Bildwerke des 17. und 18. Jahrhunderts, bis auf eine spätgotischesKatharina, stehen auf Konsolen an den Wänden von Schiff und Taufkapelle.

Ein 1667 bezeichnetes bäuerliches Vesperbild, das einst ein Wegekreuz schmückte, hat an der Turmwand einen neuen Platz gefunden. Die wertvollsten Kunstwerke der Kirche sind zwei Grabmale. Der Grabstein des Heinrich Vogt von Hunolstein (gest. 1485), ein Hauptwerk der spätgotischen Trierer Bildhauerkunst, wurde bei der Renovierung in die westlich an die Kirche angrenzende Vorhalle versetzt; er zeigt den Verstorbenen als lebensgroße Harnischfigur betend zwischen vier wappentragenden Engeln und bekrönt in einer reichen Baldachinarchitektur. Ein zweites Grabmal an der westlichen Außenwand der Kirche, wohl von Hans Ruprecht Hoffmann, Bildhauer in Trier, zeigt die ebenfalls geharnischte und betende Bildnisfigur des Grafen Heinrich von Isenburg (gest. 1553) zwischen wappenbesetzten Renaissancepilastern und über einer von Hermen flankierten Inschrifttafel; Die Grafen von Isenburg waren seit 1498 die Nachfolger der Vögte von Hunolstein als Ortsherren von Neumagen. Aus dem Jahr 1545 schließlich stammt ein kleines, in sehr feinen Renaissanceformen gehaltenes Epitaph mit Kreuzigungsgruppe und kniendem geistlichem Stifter, das in die Außenwand der neuen Vorhalle eingemauert ist. [2]

Einordnung
Ersteller, Baumeister, Architekt, Künstler:
Gorgen, Nikolaus. Renovierung und Erweiterung um eine Vorhalle 1964: Herrmann, Herbert, (Architekt, Dipl. Ing.), Trier [1928 - 2010]. [3]
Kategorie:
Bau- und Kunstdenkmale / Sakralbauten / Katholische Kirchen
Zeit:
1792-93
Epoche:
Klassizismus

Lage
Geographische Koordinaten (WGS 1984) in Dezimalgrad:
lon: 6.894145
lat: 49.851046
Lagequalität der Koordinaten: Genau
Flurname: Ortslage

Internet
http://www.neumagen-dhron.de/

Datenquellen
[1] Georg Dehio: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler: Rheinland-Pfalz, Saarland, 1984. Deutscher Kunstverlag
[2] Heinz Cüppers, Neumagen-Dhron an der Mosel, Reihe: Rheinische Kunststätten, Heft 135, 2. Auflage 1976
[3] Johannes Herrmann, Dipl. Ing. Architekt, Neustadt an der Weinstraße, 2017.

Bildquellen
Bild 1: Hans Vogts: Die Kunstdenkmäler der Rheinprovinz; Kreis Bernkastel; 1935
Bild 2: © Helge Rieder, Konz, 2001
Bild 3: © Helge Rieder, Konz, 2001

Stand
Letzte Bearbeitung: 13.08.2017
Interne ID: 13813
ObjektURL: https://kulturdb.de/einobjekt.php?id=13813
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