Gerichtslinde

Klüsserath, Gemeinde Klüsserath Lindenstraße 19
Beschreibung
Tilia sp.; vor 1500 gepflanzt. [1]

Dieser idyllische Platz mit dem Brunnen unter der alten Linde direkt vor dem heute verschwundenen Zufahrtstor in den tiefer gelegenen Burgbereich dürfte schon im Mittelalter das Zentrum der Dorfgemeinde gewesen sein. Interessant sind vor allem die beiden zeitlich nicht einzuordnenden konischen Sandsteinpylone unter dem Baum: Es ist nicht ausgeschlossen, dass sie einmal als Markierung einer Gerichtsstätte gedient haben. Immerhin waren die Bürger von Klüsserath spätestens seit dem 16. Jahrhundert im Besitz eines Drittels der sogenannten Hochgerichtsbarkeit, d. h. sie hatten – was äußerst selten war – ein Mitspracherecht bei der Verhandlung schwerer Verbrechen, die ansonsten ausschließlich Sache des Landesherren waren. Auch die traditionelle Bezeichnung der alten Linde als Gerichtslinde weist in diese Richtung. Tatsächlich sind in ihrem Stamm die Reste einer fast vollständig eingewachsenen Kette mit Handfesseln zu sehen. Aus zwei Sandsteintrögen und einer klassizistischen Säule gebildete Brunnen erinnert an die Tradition der mittelalterlichen Brunnen- und Waschhäuser, die bis ins 20. Jahrhundert hinein lebendige Mittel- und Treffpunkte des dörflichen Lebens gewesen sind. [2]

Einordnung
Kategorie:
Geschichte / Rechtsdenkmale / Richtstätten
Zeit:
Vor 1500
Epoche:
Gotik

Lage
Geographische Koordinaten (WGS 1984) in Dezimalgrad:
lon: 6.86095
lat: 49.84532
Lagequalität der Koordinaten: Genau
Flurname: Ortslage

Internet
http://www.kluesserath.de/

Datenquellen
[1] Seite "Liste der Naturdenkmale in Klüsserath". In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 28. Juli 2014, 19:18 UTC. URL: https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Liste_der_Naturdenkmale_in_Kl%C3%Bcsserath&oldid=132579933 (Abgerufen: 9. März 2018, 22:17 UTC).
[2] https://www.weinortkluesserath.de/dorfplatz-und-alte-gerichtslinde/

Bildquellen
Bild 1: http://pro-tourismus.de/orte/54340_kluesserath/index.htm
Bild 2: © Dipl.-Forsting. (FH) Karl-Josef Prüm, Trier. 2003 http://www.triastour.de

Stand
Letzte Bearbeitung: 09.03.2018
Interne ID: 1420
ObjektURL: https://kulturdb.de/einobjekt.php?id=1420
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