Schlacht auf dem Stückelchen

Wiesbaum, Gemeinde Wiesbaum
Beschreibung
1634, mitten im Dreißigjährigen Krieg, wurde der Wallensteinsche Offizier, Oberst Friedrich Wilhelm Mohr von Wald, beauftragt, Kaiser Ferdinand eine schriftliche Botschaft zukommen zu lassen. Kurz nach Ende dieses, auch die Eifel und Daun verwüstenden Krieges erlitt ein Spross jenes Rittergeschlechtes, Johann Oswald Mohr von Wald, ein tragisches Ende. Am 17.10.1650 wurde er bei Wiesbaum ermordet. Die Volksüberlieferung will wissen, dass in der Nähe des Dorfes, auf dem "Stückelchen", eine Schlacht stattfand, bei der dem Johann Oswald der rechte Arm und die Schulter weggeschossen wurden. Als er fortgetragen wurde, habe er noch verordnet, dass man an der Stelle, wo er seinen Geist aufgeben würde, ein Kreuz errichten solle. Bärsch, der ebenfalls diese Geschichte berichtet, will irgendwo gelesen haben, dass dieser Johann Oswald Mohr von Wald von umherstreifenden Soldaten überfallen und getötet worden sei.

Wenn wirklich an der Stelle seines Todes ein Kreuz errichtet worden war, dann war der Überfall mitten in Wiesbaum geschehen, denn dort steht es noch heute, eindrucksvoll in seiner klassischen Schönheit. Das 3,70 Meter hohe graue Sandsteinkreuz wurde 1923 einige Meter versetzt und mit der Front zur Straße hin gedreht. Auf seinem 1,75 m hohen Steinpfosten trägt es die Inschrift:

EHEU!
CECIDIT HIC PRAENOBILIS ET ILLUSTRIS D.JOES OS-WALDUS MOHR A WALDT, DOMINUS DE ST. PETERS-WALDT ET REICHSPERG QUEM MILITUM MANUS CIR-CUM VENIENS AETATE FLO-RIDUM ET INSONTEM VIO-LENTER PROSTRAVIT 17. OC-TOBRIS Aø 1650. CUIUS ANI-MA IN SANCTA PACE RE-QUIESQUATAMEN.

(Übersetzung: Hier fiel der edle und ehrenwerte Herr Johann Oswald Mohr von Wald, Herr von Sankt Peterswald und Reichsberg, den im blühenden Jünglingsalter umherschweifende Soldatenhand am 17.10.1650 niederstreckte. Seine Seele ruhe in heiligem Frieden. Amen.) Auf der kurzen Konsolverbreiterung ist links die Inschrift "MOHR VOM WALDE" und rechts "SCHILLING VON LAHNSTEIN" sowie das elterliche Wappen der Familie Mohr vom Wald zu sehen: ein quer geteilter Schild, dessen oberer Teil schwarz-gold be-schacht, der untere Teil aber Gold, auf dem offenen Helm ein wachsender Mohr, der um den Kopf eine rechtsfliegende, rot und blaue Binde hat; in Gold gekleidet, die Brust aber schwarz und goldgeschachtet (Bärsch). Darüber eine 95 cm hohe Reliefplatte mit leicht geschwungenem Abschlussprofil. Oben ist das Bild des gekreuzigten Erlösers, umgeben von Maria Magdalena und Mutter Maria. Als Mahnung für den Lesenden ist eingraviert: HODIE MIHI -CRAS TIBI (Heute mir - morgen dir)

Bärsch notierte weiter: "Auf dem Kirchhof zu Wiesbaum, nächst der Kirchentür, liegt ein Grabstein, der als der des Mohr vom Wald bezeichnet wird. Die Inschrift, welche sich wahrscheinlich auf demselben befand, ist nicht mehr zu erkennen. Johann Oswald Mohr von Wald, dem jenes Denkmal gewidmet ist, war der Sohn des Paul Dietrich Mohr von Wald, Amtmanns zu Echternachs (†1636) und der Anna Katharina Schilling von Lahnstein" (Bärsch). In Wiesbaum hatte das Geschlecht derer von Mirbach einen befestigten Hof, an dem unter anderem auch die Mohr vom Wald Anteil hatten (Schug).

Einordnung
Kategorie:
Geschichte / Ortsname / Ortsgeschichte / Schlachtfelder
Zeit:
17.10.1650
Epoche:
Renaissance

Lage
Geographische Koordinaten (WGS 1984) in Dezimalgrad:
lon: 6.675356
lat: 50.346264
Lagequalität der Koordinaten: Vermutlich
Flurname: Auf dem Stückchen

Internet
http://www.jahrbuch-vulkaneifel.de/VT/hjb2005/hjb2005.79.htm

Datenquellen
Alois Mayer, Daun: Die Ritter Mohr von Wald und ihr "Waldenhof" in Daun. Ein Beitrag zur Geschichte eines Hauses. In Heimatjahrbuch Vulkaneifel, 2005.

Bildquellen
Bild 1: Google Earth

Stand
Letzte Bearbeitung: 25.08.2008
Interne ID: 16040
ObjektURL: https://kulturdb.de/einobjekt.php?id=16040
ObjektURL als Mail versenden