Ehemalige Synagoge in der Weberbach

Mitte-Gartenfeld, Stadt Trier Weberbach 65-67
Beschreibung
Vermutlich geht das mittelalterliche Trierer Judenviertel am Hauptmarkt bis auf das Ende des 9. und den Beginn des 10. Jahrhunderts zurück. Die Trierer Judengemeinde des 13. Jahrhundert Hatte ihr Domizil im Judenviertel am Hauptmarkt. Es erstreckte sich über 60 Häuser. Dort stand auch eine nach Geschlechtern getrennte Synagoge. Die Trierer Judengemeinde war dort bis zu ihrer Vertreibung im Jahr 1418 ansässig.

Die Wiederansiedlung zeigte sich im beginnenden 17. Jahrhundert, nicht im ehemaligen Judenviertel, sondern im Bereich der Weberbach und der Neustraße. In der Weberbach befand sich, vermutlich auf dem Gelände des heutigen Priesterseminars, die Synagoge, auch Judenschule genannt. Dieses Haus war von der Judengemeinde nur angemietet und wurde ihnen 1757 gekündigt. Im Jahr 1761 erwarb die Jüdische Gemeinde in der Nachbarschaft der ehemaligen Synagoge, im Hinterhof des Hauses Nr. 64, ein zweigeschossiges Wohnhaus.
Über den im Vorderhaus befindlichen eigenen Zugang konnte die Gemeinde den Synagogenhof erreichen.
Die Synagogengemeinde richtete sich in der Erdgeschossebene sowohl einen nach Osten orientierten Betraum, als auch einen eingeschossigen Verbindungsgang zum Synagogenhof ein. Die Frauenempore befand sich im 1. Obergeschoss über dem Verbindungsgang und konnte sowohl über eine im Gebetsraum vorhandene Treppe, als auch einen im 1. Obergeschoss gelegenen Zugang im Haus Nr. 64 erreicht werden.
An der Ostwand befand sich der in die Wand eingelassene Wandschrank zur Aufbewahrung der Thorarollen.

Die alte Synagoge an der Weberbach war allmählich zu klein geworden und entsprach in ihrem Zustand nicht mehr den Anforderungen. Darauf beschloss die Jüdische Gemeinde eine neue Synagoge zu erbauen. Das geeignete, der Jüdischen Gemeinde gehörende Grundstück fand man am Zuckerberg. Es umfasste außer der Synagoge drei in der Metzelstraße gelegene zweigeschossige Häuser und einem dreistöckigem Haus mit zum Zuckerberg offenen Garten. Dieses unmittelbar neben der Synagoge gelegene Gebäude wurde später das Rabbinerhaus.

Am 6. Oktober 1857 fand die Grundsteinlegung der Synagoge am Zuckerberg statt.
[...]

Robert Reichard / Thomas Heidenblut: Synagogen im Landkreis Trier-Saarburg. 2000


Inschrift der Gedenktafel am Gebäude der PAX-Bank:

DIESES GEBÄUDE DER PAX-BANK NIMMT
EINEN HISTORISCH BEDEUTSAMEN
STANDORT EIN, DER ZEUGNIS EUROPÄISCHER
GESCHICHTE UND KULTUR IST.
DER "WEBERBACH" GALT SCHON ZUR ZEIT
DER RÖMER ALS EINE BEKANNTE STRASSE,
AN WELCHE SICH VIELE SIEDLUNGEN
ANSCHLOSSEN. VON 1761 BIS 1859 STAND
HIER ALS RELIGIÖSES ZENTRUM DES
TRIERER JUDENTUMS DIE SYNAGOGE.
MIT DIESER GEDENKTAFEL WOLLEN WIR AN
DIE KULTURELLE UND WIRTSCHAFTLICH-
GEISTIGE TRADITION DER STADT TRIER
ERINNERN UND SIE LEBENDIG ERHALTEN.

TRIER, SEPTEMBER 1997 PAX BANK

Einordnung
Kategorie:
Bau- und Kunstdenkmale / Sakralbauten / Synagogen
Zeit:
1761
Epoche:
Barock / Rokoko

Lage
Geographische Koordinaten (WGS 1984) in Dezimalgrad:
lon: 6.640680
lat: 49.750976
Lagequalität der Koordinaten: Genau
Flurname: Ortslage

Internet
http://de.wikipedia.org/wiki/Trier-Mitte/Gartenfeld

Datenquellen
Robert Reichard / Thomas Heidenblut: Synagogen im Landkreis Trier-Saarburg. 2000 und: Juden in Trier, Ausstellungskatalog der Stadtbibliothek und des Stadtarchivs Trier, 1988

Bildquellen
Bild 1: © Peter Valerius, Kordel, 2009.
Bild 2: © Peter Valerius, Kordel, 2009.

Stand
Letzte Bearbeitung: 29.07.2009
Interne ID: 17394
ObjektURL: https://kulturdb.de/einobjekt.php?id=17394
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