Sogenanntes Juffernkreuz

Gerolstein, Stadt Gerolstein Burgstraße 31
Beschreibung
Das Juffernkreuz

Es steht am Ende der Burgstraße ( "Kirchewäsch" genannt, weil die Straße an der Sankt-Anna-Kirche vorbei führt. Anm. Wilma Herzog) und am Anfang vom "Burgring", beim "Alten Kalkofen" (Auf diesem Gelände rechts gegenüber dem Juffernkreuz brannte noch nach dem letzten Krieg Christian Schwarz Kalk. Anm. Wilma Herzog).

Wie auf der Zeichnung dargestellt, präsentierte es sich durch Jahrzehnte hindurch, ungepflegt und nur als Bruchstück, bis Steinmetzmeister Josef Oerters es renovierte und die fehlenden Teile ersetzte.

Während bis 1803 nur ein Teil des Dorfes Gees zur Pfarrei Sarresdorf gehörte (andere Häuser des Dorfes gehörten zu Rockeskyll bzw. zu Neunkirchen), kam 1803 das ganze Dorf zur Pfarrei Sarresdorf, später Gerolstein. Auf ihrem sonntäglichen Gang zum Gottesdienst kamen die Geeser an fünf christlichen Wegezeichen vorbei: dem Hellijenhejsjen, dem Nikedimes (das ist die ortsübliche mundartliche Bezeichnung des Feldaltars auf dem Burgberg), Anm. Wilma Herzog), dem Juffernkreuz, dem Kreuz op dr Betz und schließlich dem Friedhofskreuz von 1645.

Der Name "Juffernkreuz" ist von alters her gut bezeugt. Nach der Legende sollen die Mädchen dorthin beten gegangen sein, wenn sie noch im fortgeschrittenen Alter auf einen Freier hofften. Das Kreuz wurde um 1770 als Schaftkreuz errichtet. Auf drei Schaftseiten ist ein flaches Kreuz eingehauen, in der Mitte der Balken eine Raute. Wie die für die Eisenhalterungen eingemeißelten Löcher beweisen, muss früher auf dem jetzigen Schaft ein hohes Abschlussbild gestanden haben. Kreuze stehen fast immer an Wegen und Pfaden, wo Menschen vorüberziehen. So auch dieses an einer früheren Wegekreuzung mit Blickrichtung auf die einstige Sarresdorfer Pfarrkirche und den dort liegenden Friedhof. Sie sollen den Wanderer grüßen und der Wanderer das Kreuz. In diesem Falle grüßt es die Toten auf dem Friedhof. [1]

Einordnung
Ersteller, Baumeister, Architekt, Künstler:
Oerters, Josef (Steinmetzmeister) Restaurierung.
Kategorie:
Bau- und Kunstdenkmale / Sakralbauten / Bildstöcke und Kreuzwegstationen
Zeit:
Um 1770
Epoche:
Barock / Rokoko

Lage
Geographische Koordinaten (WGS 1984) in Dezimalgrad:
lon: 6.662258
lat: 50.219668
Lagequalität der Koordinaten: Genau
Flurname: Auf dem Rübenfeld

Internet
http://www.gerolstein.de/

Datenquellen
[1] Pater Josef Böffgen, Gerolstein: "Um Munterley und Löwenburg", Heft Nr. 7.
[2] Wilma Herzog, Gerolstein, 2011.

Bildquellen
Bild 1: © Pater Josef Böffgen, Gerolstein: "Um Munterley und Löwenburg", Heft Nr. 7.
Bild 2: © Uwe Widera, 54550 Daun, 2010.
Bild 3: © Uwe Widera, 54550 Daun, 2010.

Stand
Letzte Bearbeitung: 10.01.2012
Interne ID: 18479
ObjektURL: https://kulturdb.de/einobjekt.php?id=18479
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