Märtyrerkapelle

Neumagen, Gemeinde Neumagen-Dhron

Beschreibung
Kapelle zu Ehren der Trierer Märtyrer. 1506 gestiftet, der heutige Bau im wesentlichen 1764. Außerhalb des Ortes an der Straße nach Leiwen. Lage in den Weinbergen. [1]

Zur Erinnerung an das Sterben der Christen in Trier am 6. Oktober 286. Schlüssel im Pfarramt. (Lage: An der Strasse von Trittenheim kommend etwas vor dem Ortseingang)

Steht von Weinbergen umgeben an der Einmündung eines Baches in die Mosel die Märtyrerkapelle, an der Stelle bis zu der die Mosel der Legende nach vom Blut der unter Rictiovarus getöteten Christen gerötet war. Salentin von Isenburg und sein Gattin Elisabeth von Hunolstein hatten im Jahre 1506 die Anlage gestiftet. Von der spätgotischen Kirche, die 1652 und 1656 entweiht war, 1764 neu gebaut und 1858/60 wiederhergestellt wurde, ist an der heutigen Kapelle nur ein Schlußstein und der Ansatz des einstigen Chorgewölbes erhalten. [2]

Text aus Bild 5 (Infotafel)
+ BIS HIERHER WAR DIE MOSEL ROT VOM BLUT DERER,
DIE DEN TOD FÜR JESUS MUSSTEN STERBEN +

HISTORISCHE MÄRTYRERKAPELLE

ERBAUT 1506 BIS 1510 VON SALENTIN ZU ISENBURG, AMTMANN ZU PFALZEL,
UND SEINER EHEFRAU ELISABETH VON HUNOLSTEIN MIT GENEHMIGUNG DURCH
ERZBISCHOF JAKOB VON BADEN ZUM ANDENKEN AN
DAS LEIDEN UND STERBEN DER TRIERER MÄRTYRER AM 6. OKTOBER 286.
DIE ÄLTESTE ERWÄHNUNG DIESES MARTYRIUMS FINDET SICH IN DEN ACTA DER HEILIGEN
FUSCIANUS UND VICTORICUS AUS DEM 6. JAHRHUNDERT.
IN DER VON MÖNCHEN DER ABTEI ST. EUCHARIUS ( HEUTE: ST. MATTHIAS ) GESCHRIEBENEN
TRIERER GESCHICHTE UND DER VON EINEM PAULINER KANONIKUS VERFASSTEN
HEILIGENVITA DER TRIERER MÄRTYRER WIRD ERZÄHLT:
VON DIESEN UNZÄHLIGEN (HEILIGEN) IST EINE SOLCHE MENGE AM GESTADE DER MOSEL
NEBEN DEM CAPITOL GEMARTERT WORDEN, DASS DIE BÄCHLEIN DES BLUTES
IN DIE MOSEL HINABFLIESSEND UND MIT IHREM WASSER VERMISCHT, SIE IN IHRER FARBE
VERWANDELTEN, SODASS DIE WELLEN DER MOSEL IHRE NATÜRLICHE KLARHEIT VERLOREN
UND MEHR IN EINER FREMDEN ALS IN EINER EIGENEN FARBE ROT WAREN.
EINE WEITERE LEGENDE BERICHTET, DASS KAISER MAXIMIAN IM FRÜHJAHR 286 GROSSE TEILE
DER CHRISTLICHEN THEBÄISCHEN LEGION, DIE NICHT DEM KAISER/GÖTTERKULT HULDIGEN
WOLLTEN, IN TRIER AM MOSELUFER HINRICHTEN UND IN DIE MOSEL WERFEN LIESS.
DEREN LEICHNAME SOLLEN BIS HIERHER ANGETRIEBEN WORDEN SEIN.
Entnommen aus: Neumagener Ortschronik [3]

Einordnung
Kategorie:
Bau- und Kunstdenkmale / Sakralbauten / Kapellen
Zeit:
1506
Epoche:
Renaissance

Lage
Geographische Koordinaten (WGS 1984) in Dezimalgrad:
lon: 6.897459
lat: 49.839306
Lagequalität der Koordinaten: Genau
Flurname: In der Thierbach

Internet
http://www.neumagen-dhron.de/

Datenquellen
[1] Georg Dehio: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler: Rheinland-Pfalz, Saarland, 1984. Deutscher Kunstverlag
[2] Heinz Cüppers, Neumagen-Dhron an der Mosel.
[3] Infotafel vor Ort.

Bildquellen
Bild 1: © Helge Rieder, Konz, 2000
Bild 2: © Dipl.-Forsting. (FH) Karl-Josef Prüm, Trier. 2003 http://www.triastour.de
Bild 3: © Michael Grün, Trier, 2019.
Bild 4: © Werner Weber, Mannebach, 2021.
Bild 5: © Wolfgang Welter, Schweich, 2026.

Stand
Letzte Bearbeitung: 07.05.2026
Interne ID: 48496
ObjektURL: https://kulturdb.de/einobjekt.php?id=48496
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