Römisches Kupferbergwerk und Steinbruch (3)

Inschrift MARCI
Burg Ramstein, Gemeinde Kordel

Beschreibung
MARCI

Neuere Untersuchungen an den „Pützlöchern“ bei Kordel/Butzweiler
Von Karl-Josef Gilles

„Wenn man von Ramstein im Wege nach Butzweiler eine Viertelstunde gestiegen ist, so trifft man links eine Felsmasse aus grobkörnigem weißem Marmor (sic!), die Pützley genannt. Die Vorderseite des Felsens ist in einer Höhe von 20 Fuß und einer Länge von 30 senkrecht abgeschroten, unten geht fast gerade ein 4 Fuß breiter und 5 Fuß hoher Gang hinein, den ich nach einer Länge von ca. 20 Schritten hinten verschüttet fand, in dem man aber vor ettva 20 Jahren gegen 80 Schritte kommen konnte. 15 Schritte vom Eingang ist über dem Hauptgang ein 4 Fuß breiter kreisrunder wohlerhaltener zn Tage gehender Schacht von 20 Fuß Höhe durch den Felsen gehauen. Etwa 20 Schritte weiter wieder ein gleicher, der 30 Fuß hoch ist; 20 Schritte weiter einer, welcher aber zusammengestiirzt ist. Zwischen dem ersten und dem zweiten gingen nach beiden Seiten jetzt verschüttete Gänge aus, wovon einer 80 Fuß lang gewesen sein soll. In ihm finden sich zwei gegen 20 Fuß tiefe, hinabgehende Schächte. Über dem einen ist noch ein offener Tagschacht, über dem anderen sind deren noch zwei, welche aber zum Teil verschüttet sind. Man baute hier auf die blauen und grünen, dem weißen Sandstein bei uns an vielen Stellen eingesprengten Kupfereixe, wie am Blauberge bei Wallerfangen. Niemand in der Gegend weiß etwas von diesem Bau, darum ist die über dem Eingang schlecht und klein eingemeßelte Zahl 1781 später. Aber oben an der abgeschroteten Wand, zur Rechten, fand ich in drei Zoll hohen, 1/4 Zoll tiefen Buchstaben mit der Zweispitze sehr deutlich und regelmäßig eingehauen MARCI, sonst fand ich an der ganz reinen und freien, bis auf eine kleine Stelle, die ferne von der Schrift ist, wohlerhaltenen Wand, an welcher noch jeder Streich der Zweispitze sichtbar ist, bei dem sorgfältigsten Suchen, wie auch im Innern des Stollens keine Spur eines Buchstabens. Das MARCI steht ebenso auf Steinen der Porta Nigra, war vielleicht der Name des Steinhauers; der Bruch, wo die Steine der Porta gebrochen und wohl auch zurecht gemacht wurden, ist nahe . . . Demnach konnte der Eigentümer Marcus geheißen haben. Um Cordel finden sich auffallend viele Sachen von Bronze, gerade wie bei Walleifangen. Demnach ist es sehr wahrscheinlich, daß wir hier ein römisches Bergwerk haben. Es war nicht ergiebig. Wo die Erze ausgeschmolzen wurden, wahrscheinlich ganz in der Nähe auf dem Berge, habe ich noch nicht gefunden.“

Mit diesen Worten beschrieb der Pfarrer von Sankt Paulin Philipp Schmitt in seiner vor 1855 abgefaßten, im Rheinischen Landesmuseum Trier als Manuskript vorliegenden Arbeit „Der Kreis Trier unter den Römern und in der Urzeit“ die seit kurzem in einen archäologischen Rundweg der Gemeinden Kordel und Newel/Butzweiler einbezogenen „Pützlöcher“, die eines der interessantesten archäologischen Denkmäler der Region bilden. [1]

Einordnung
Kategorie:
Bau- und Kunstdenkmale / Marken und Male / Inschriften
Zeit:
2. Jahrhundert nach Chr.
Epoche:
Kelten- / Römerzeit

Lage
Geographische Koordinaten (WGS 1984) in Dezimalgrad:
lon: 6.634811
lat: 49.823367
Lagequalität der Koordinaten: Genau
Flurname: Im Heidenberg

Internet
https://journals.ub.uni-heidelberg.de › download

Datenquellen
[1] Funde und Ausgrabungen im Bezirk Trier 27, 1995, Heidelberger OJS-Journal.
https://journals.ub.uni-heidelberg.de › download

Bildquellen
Bild 1: © Peter Valerius, Kordel, 2012.
Bild 2: © Peter Valerius, Kordel, 2012.

Stand
Letzte Bearbeitung: 30.01.2026
Interne ID: 57519
ObjektURL: https://kulturdb.de/einobjekt.php?id=57519
ObjektURL als Mail versenden