Ehemalige Dicke Eiche von Heidenburg
Heidenburgerhof, Gemeinde Heidenburg
Beschreibung
Die mächtigste und älteste Eiche im Regierungsbezirk Trier steht am Heidenburger Hof unweit des Ortes Heidenburg im Landkreis Trier. Sie ist vermutlich eine Term- [= Feld-, Wiesengrenze] oder Grenzeiche und wächst dicht an der Grenze der Kreise Trier und Bernkastel. Der Baum dürfte ein Alter von 1000 Jahren erreicht haben, denn er wird schon in den Annalen der Grafen von Hunolstein als die „dicke Eiche“ bezeichnet. Die Eiche hat in Brusthöhe einen Umfang von 7,15m. In einer Höhe von 2,50 m teilt sich der Riese in drei gewaltige, hochaufragende Äste. […] Leider ist der Baumriese im Absterben begriffen. [1]
1315 wurde die Eiche an einer früheren germanischen Gerichtsstätte erstmals urkundlich erwähnt. Sie wachte an der Grenze der Ländereien der Grafen von Hunolstein und der Trierer Kurfürsten. Ihr Alter wurde zuletzt sogar auf 2000 Jahre oder zumindest auf mehr als 1000 Jahre geschätzt. Der 25 Meter hohe Baum mit den sich in vier Meter Höhe gabelnden drei Ästen hatte einen Umfang von fast neun Metern. Allerdings war das Bauminnere 1925 ausgemauert und mit Zement ausgegossen worden. In den 1960er Jahren brach dann durch die Druckwelle eines die Schallmauer durchbrechenden Düsenjägers ein Ast des verdorrten Baumriesen ab. Daraufhin sollte die Krone der nun als gefährlich für die vielen Besucher eingestuften Eiche gesprengt werden. Doch der Baumriese wehrte sich. Die mit Blick auf den Erhalt des Stammes vorsichtig dosierte Sprengladung konnte ihn nicht zu Fall bringen, was damals sogar im Fernsehen zu sehen war.
Erst später brach die Eiche endgültig auseinander. 2007 wurde dann eine neue Eiche dort gepflanzt. [2]
Mit einem Waldinformationsrundgang, bei dem Revierförster Peter Meyer die Teilnehmer hauptsächlich über Eichenbäume informierte, begann die Baumpflanzung. Eichen garantieren laut Meyer "durch ihre Standfestigkeit eine hohe Produktsicherheit", und seit jeher werde ihr Holz wegen des hohen Nutzwerts sehr geschätzt. Höhepunkt der Veranstaltung, die musikalisch von der Jagdhornbläsergruppe aus Neumagen-Dhron begleitet wurde, war die Pflanzung einer mit hoher Sicherheit aus dem Heidenburger Forst stammenden, knapp 20 Jahre alten Traubeneiche durch Waldarbeiter des Forstverbandes Büdlich. "Jahrtausende hat die ,Alte Eiche' hier gestanden, sagenumwoben und alt, ein Relikt aus grauer Vorzeit. Alt - aber nicht unsterblich. Wir haben uns heute getroffen, um eine ,Neue' zu pflanzen, und das in der Hoffnung, dass wir kommenden Generationen eine Konstante weitergeben können, zwischen Vergangenheit und Zukunft", sagte Heinz Hüllenkremer, Besitzer des Hofgutes und Initiator der Pflanzaktion. Von jeher ein beliebtes Wanderziel
Er und Ortsvorsteher Dietmar Jäger legten einen Stahlbehälter mit einem Stück Rinde der uralten Eiche und mit Dokumenten von Heidenburg und des Heidenburger-Hofes in das Pflanzloch. Die sagenumwobene "Dicke Eiche", wie der Volksmund sie nannte, war von jeher ein beliebtes Wanderziel. Ihr wurde ein Alter von 2000 Jahren nachgesagt. Urkundlich wurde sie erstmals um 1300 erwähnt. 1925 hatte der inzwischen hohl gewordene Stamm einen Umfang von sieben Metern. Um den Baumriesen zu erhalten, wurde der Hohlraum mit Zement ausbetoniert. Der Verfall des vielbesuchten Naturdenkmals nahm jedoch weiter zu, sodass es 1964 aus Sicherheitsgründen gesprengt werden musste. [3]
Einordnung
Kategorie:
Naturobjekte /
Bäume /
Eichen Zeit:
1315
Epoche:
Gotik
Lage
Geographische Koordinaten (WGS 1984) in Dezimalgrad:
lon: 6.948146
lat: 49.792517
Lagequalität der Koordinaten: Genau
Flurname: Bei Mieswies
Internet
https://heidenburgerhof.de/
Datenquellen
[1] Peter Joseph Busch: Naturdenkmale - Ein Heimatbuch des Trierer Raumes. Verlag Aurel Bongers, Recklinghausen. 1952.
[2] Ein Buch für den Baumriesen. Trierischer Vollksfreund vom 28.04.2010
[3] Hermann Bohn in Trierischer Volksfreund vom 03.05.2007
[4] https://www.ardmediathek.de/video/swr-retro-abendschau/aeltester-baum/swr/Y3JpZDovL3N3ci5kZS9hZXgvbzExNzMxNjc
Stand
Letzte Bearbeitung: 10.04.2026
Interne ID: 57610
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https://kulturdb.de/einobjekt.php?id=57610
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