Sankt Appollonia (1)

Idesheim, Gemeinde Idesheim Hauptstraße
Beschreibung
KATHOLISCHE KAPELLE (s. t. s. Apolloniae), zur Pfarrei Ittel (Landkreis Trier) gehörig. Im Pfarrarchiv zu Ittel (Landkr. Trier): Kirchenregister der Kapelle Idessem erneuert i. J. 1659, fortgeführt bis 1722. Darin Abbruch und Neubau des Turmes i. J. 1717; Brand des Daches in demselben
Jahr. - Im Tauschvertrag der Abtei Prüm mit dem Grafen Sigard v. J. 844 kommt u.a. das Dorf Adinesheim nebst grundherrlicher Filialkirche vor, das von MÜLLER als Idesheim angesehen wird. Im Güterverzeichnis der
Abtei Prüm v. J. 893 heißt es Edensheym. Eine Kapelle Edessem erscheint dann im Visitationsprotokoll v. J. 1570 .

Im J. 1717 wird der baufällige Kirchturm abgebrochen und neugebaut, dabei brennt das Strohdach der Kirche infolge Unvorsichtigkeit ab. Nach den Visitationsprotokollen v. J. 1743und1776 ist die Kapelle ruinös und nur mit Stroh gedeckt (DE Lorenzi, a. a. O.). Ein Neubau des Schiffes fand jedenfalls bald danach statt.

Die Kapelle ist ein einfacher, schlicht geputzter Bau in Bruchstein mit Ostturm v. J. 1717. Das Schiff, Ende d. 18. Jahrhundert oder nach der zerstörten Zahl über dem Westportal i. J. 1811 (?) erbaut, ist im Lichten 7,05 Meter breit und m,56 Meter lang. Der kleine dreigeschossige Turm mit schlanker Schieferpyramide reicht mit dem Gesims des zweiten Geschosses bis zum Steingesims der Kirche. Von den Schalluken zeigt die östliche vom älteren Bau noch ein Säulchen, dessen Kapitell Durchsteckformen aus dem Kubus wie bei spätgotischen Basen zeigt. Die anderen drei mit einfachen Kämpferkapitellen. Das Schiff mit drei rundgeschlossenen Fenstern auf jeder Seite; die Kanten mit regelmäßig zurückspringenden Quadern besetzt. Das Westportal mit profiliertem Gewände und kleiner Nische auf dem geraden Gesims. Die beiden Füllungsflächen der Tür mit spätem Rokokoornament bedeckt. Die Turmhalle, ehemals Chor, dient als Sakristei und ist rippenlos kreuzgewölbt. Der rundbogige Triumphbogen mit Profilkämpfer ist erhalten. Das Schiff mit einfacher Voutendecke auf Steingesims.

Im Turm eine Sakramentsnische a. d. 16. Jahrhundert mit spätgotischem Stabwerk, gemusterten Säulenfüßen und Fischblasendekoration im Dreieckgiebel. Die Nische liegt jetzt zu ebener Erde, da der Fußboden erhöht wurde.

Eine Glocke v. J. 1717 wurde i. J. 1901eingeschmolzen. [1]

Einordnung
Kategorie:
Bau- und Kunstdenkmale / Sakralbauten / Katholische Kirchen
Zeit:
1717
Epoche:
Barock / Rokoko

Lage
Geographische Koordinaten (WGS 1984) in Dezimalgrad:
lon: 6.574052
lat: 49.874680
Lagequalität der Koordinaten: Genau
Flurname: Ortslage

Internet
http://www.bitburgerland.de/index.php?id=367

Datenquellen
[1] Wackenroder; die Kunstdenkmäler der Rheinprovinz; Band Bitburg. 1927

Bildquellen
Bild 1: © Helge Rieder, Konz, 2002
Bild 2: © Helge Rieder, Konz, 2002

Stand
Letzte Bearbeitung: 01.01.2003
Interne ID: 6175
ObjektURL: https://kulturdb.de/einobjekt.php?id=6175
ObjektURL als Mail versenden