Ehemaliger Pranger in der Friedhofstraße

Kordel, Gemeinde Kordel Friedhofstraße 1

Beschreibung
Weniger harmlos war einige Jahre später, nämlich am 5. August 1771, die Strafsache gegen Johannes Kappel aus Kordel. Er wurde beschuldigt, seinem gnädigen Herrn nachts vier Zehntgarben gestohlen zu haben. Was heutzutage als Feldentwendung mit einer kleinen Geldstrafe geahndet wird, wurde damals streng gesühnt. Kappel wurde dazu veRuhrteilt in Kordel, als abschreckendes Beispiel, zwei Stunden am Pranger zu stehen. Aus Holzpfosten und Halseisen wurde der Schandpfahl errichtet und Kappel wurde gebunden aus dem Kerker zu Ramstein vorgeführt. Damit auch jeder sah, weshalb er dort stehen musste, hatte man ihm zwei Büschel Korn rechts und links über die Schulter gehängt. Die Vollziehung der Strafe wurde durch Glockengeläut eingeleitet. Mit Rücksicht auf die Angehörigen hatte der Meier befohlen, dass alles in den Häusern zu bleiben habe. Und die Kordeler haben dem auch Folge geleistet. Sie waren taktvoll genug, ihrem Mitbürger die Schande zu ersparen, von einer schadenfrohen Zuschauermenge angegafft und beschimpft zu werden.

Der Pranger befand sich schräg gegenüber der Kirche am Haus Berg. Bis vor kurzem war der Prangerstein noch zu sehen. [1]

Einordnung
Kategorie:
Geschichte / Rechtsdenkmale / Richtstätten
Zeit:
1771
Epoche:
Barock / Rokoko

Lage
Geographische Koordinaten (WGS 1984) in Dezimalgrad:
lon: 6.635073
lat: 49.841051
Lagequalität der Koordinaten: Genau
Flurname: Ortslage

Internet
http://heimatverein-kordel.de/

Datenquellen
[1] Hubert Thoma: Kleine Kordeler Chronik. Trier 1956. Hrsg. Arbeitsgemeinschaft für Landesgeschichte und Volkskunde des Trierer Raumes in Verbindung mit dem Heimatverein Kordel.

Bildquellen
Bild 1: © Peter Valerius, Kordel, 2005.
Bild 2: © Mona Idems, Kordel, 2005.

Stand
Letzte Bearbeitung: 09.05.2005
Interne ID: 9889
ObjektURL: https://kulturdb.de/einobjekt.php?id=9889
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